100-Prozentfinanzierung
30. Okt 2009 | Rubrik: Baufinanzierung / ImmobilienfinanzierungDass die meisten Menschen für den Kauf einer Immobilie auf die Hilfe der Banken angewiesen sind, die ihnen die entsprechenden Gelder für die Finanzierung bereitstellen, ist eher die Regel denn die Ausnahme. Von daher ist auch nicht die Frage, ob die Banken eine Immobílienfinanzierung mitmachen, sondern wieviel Geld sie bereit sind, in Form von Darlehen zur Verfügung zu stellen. Dabei spielt die Bonität des Kreditnehmers ebenso eine Rolle wie die Höhe des monatlich zur Verfügung stehenden Einkommens. Ebenfalls von Bedeutung bei der Kreditvergabe ist aber auch das zur Verfügung stehende Eigenkapital, ohne das viele Banken einer Immobilienfinanzierung skeptisch gegenüber stehen.
In der Regel erwarten die Banken eine Eigenkapitalquote von mindestens 10 bis 15 % der Finanzierungssumme. Damit ist gewährleistet, dass zumindest die Erwerbsnebenkosten vom Käufer selbst getragen werden können. Da es sich bei dieser Eigenkapitalquote aber um eine Kannvorschrift handelt, die nirgendwo gesetzlich verankert ist, braucht sich ein Käufer, der nicht so viel Geld zur Finanzierung beisteuern kann, im Grunde keine Sorgen machen, dass ihm die Banken für die Finanzierung seiner Immobilie kein Geld zur Verfügung stellen.
In einem solchen Fall spricht man von einer 100-Prozentfinanzierung, wo der Erwerber Darlehen in Höhe des gesamten Kaufpreises in Anspruch nehmen und er lediglich die mit dem Kauf in Verbindung stehenden Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar- und Gerichtskosten sowie die Courtage für den Makler, sollte dieser den Kauf vermittelt haben, trägt. Bei guter Bonität des Käufers sehen die Banken in einer solchen Vollfinanzierung normalerweise keine Probleme. Der Erwerber muss sich aber im Klaren darüber sein, dass die Banken in einer solchen 100-Prozentfinanzierung ein gewisses Kreditausfallrisiko sehen und die Darlehen mit einem Risikozuschlag in Form eines Zinsaufschlages vergeben. Diesen Zinsaufschlag muss der Erwerber die gesamte Laufzeit seiner Zinsbindung zahlen. Zudem erwarten die Banken oftmals vom Erwerber zumindest den Abschluss einer Risikolebensversicherung als zusätzliche Absicherung der Kredite für die Bank.
Eine so genannte Vollfinanzierung bietet dem Immobilienkäufer auch ohne viel Eigenkapital die Möglichkeit, sich den Traum von einer eigenen Immobilie zu erfüllen. Das Risiko des Zinsaufschlages ist aber nicht wegzudenken, denn bei einer solchen Finanzierung besteht die Gefahr, dass bei einem Immobilienverkauf noch Verbindlichkeiten aus dieser Finanzierung bestehen, die durch den Erlös nicht getilgt werden können und die in eine Folgefinanzierung übernommen werden müssen.
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