Abstandsgeld

29. Mai 2009 | Rubrik: Kreditlexikon / Glossar

Wer einen Vertrag unterschreibt, der muss diesen gemäß den Bestimmungen in diesem Vertrag auch einhalten. Viele Verträge sind mit einer zeitlichen Frist versehen, welche allerdings hin und wieder für den einen Vertragspartner zu lange ist. Soll nun ein Rücktritt von dem Vertrag unternommen werden, wird oftmals ein sogenanntes Abstandsgeld bezahlt, welches im Englischen auch als desisting money bezeichnet wird. Mit der Zahlung des Abstandsgeldes kann also eine Befreiung von eigenen Rechtspflichten beziehungsweise eine Befreiung von Rechtsansprüchen des Vertragspartners erwirkt werden.

In der Finanzwelt gibt es viele Beispiele für die Zahlung eines Abstandsgeldes, dessen genaue Höhe oftmals schon im Voraus festgelegt wird – siehe z.B. die Vorfälligkeitsentschädigung bei Krediten. Vor allem aber natürlich dort, wo das Abstandsgeld häufig zu finden ist, nämlich bei Termingeschäften. Will einer der beiden Vertragspartner, also Käufer oder Verkäufer, aus dem aktuellen Vertrag aussteigen, wird an den Geschäftspartner des Termingeschäfts eine Prämie bezahlt und der Vertrag für nichtig erklärt.

Doch auch in der Arbeitswelt findet sich das Abstandsgeld wieder. Auch das Arbeitsverhältnis von Arbeitnehmer und Arbeitgeber wird schließlich durch einen Vertrag geregelt. Wird nun von Seiten des Arbeitgebers eine vorzeitige Beendigung des Arbeitsverhältnis gefordert, beispielsweise vor dem Ruhestand des Arbeitnehmers, so erhält dieser zur finanziellen Überbrückung ebenfalls ein Abstandsgeld. Somit wird die Trennung von der Firma natürlich ungemein erleichtert, wobei allerdings die Höhe des Abstandsgeld oftmals ein Streitpunkt in diesem Vertragsfall ist.

Die Zahlung eines Abstandsgeld hat in der Marktwirtschaft auch schon beim Endverbraucher Einzug erhalten. So gab es bereits in der Telekommunikations-Branche Angebote für ein Abstandsgeld für Dauernutzer von Breitbandzugängen ins Internet. Da deren Traffic zu hoch war, bot der betroffene Anbieter den Kunden ein Abstandsgeld an, um vorzeitig aus dem Vertrag zu kommen und diese Kunden zu einem Anbieterwechsel zu überzeugen.

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