Bauspardarlehen in der Immobilienfinanzierung
3. Sep 2009 | Rubrik: Baufinanzierung / ImmobilienfinanzierungDie Immobilienfinanzierung unter anderem mit einem Bauspardarlehen abzusichern ist immer noch die klassischste aller Varianten, um in die eigenen vier Wände zu kommen. Um ein Bauspardarlehen zu bekommen, muss der Darlehensnehmer allerdings vorher einen entsprechenden Bausparvertrag bei einer Bausparkasse abschließen. Im Bausparvertrag werden die Bausparsumme und die monatliche Bausparrate festgelegt, wobei die Rate zur Bausparsumme passen sollte, damit in absehbarer Zeit das Guthaben angespart werden kann.
In Abhängigkeit von der gewählten Bausparkasse muss der Bausparer dann ungefähr 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme als Guthaben ansparen. Für die Differenz bekommt er das Bauspardarlehen zu relativ günstigen Konditionen. Bei Abschluss des Bausparvertrages wird noch nicht festgelegt, wann der Bausparer Anspruch auf das Darlehen hat. Die Zuteilungsreife des Bausparvertrages hängt von zwei Faktoren ab, einmal davon, wann das Guthaben angespart ist und zum anderen davon, wie viel Sparer momentan Bausparverträge besparen. Geht es der Bausparkasse finanziell gut, erfolgt die Zuteilung schneller, als wenn nur wenige Bausparer ihre Verträge besparen.
Für das angesparte Bausparguthaben zahlen die Bausparkassen Zinsen, deren Höhe sich am unteren Level der für Sparguthaben zu erzielenden Renditen bewegt. Das ist der Preis, um den sich der Bausparer das günstige Bauspardarlehen erkauft. Dennoch hat das Bausparen einen nicht von der Hand zu weisenden Vorteil, weil lange bevor der Bau oder der Kauf der Immobilie vonstattengeht, gezielt Eigenkapital angespart wird. Erfahrungsgemäß haben Bausparer ihr Eigenkapital für die Finanzierung am ehesten zusammengespart.
War der Bausparvertrag zuteilungsreif und das Bauspardarlehen wurde zur Auszahlung gebracht, muss das Bauspardarlehen wie ein Annuitätendarlehen getilgt werden. Der Zinssatz stand schon fest und ist somit unabhängig vom Zinsniveau am Markt. Die monatlichen Belastungen, die der Darlehensnehmer jetzt zu tragen hat, sind bei einem Bauspardarlehen höher als bei anderen Darlehensformen zur Immobilienfinanzierung, dafür ist der Darlehensnehmer dann aber auch schneller entschuldet.
Der größte Nachteil dieser Art zu finanzieren liegt darin begründet, dass ein Bausparer nicht konkret planen kann, wann sein Bauspardarlehen zugeteilt wird. Selbst wenn er den Bausparvertrag komplett bespart hat, kann es sein, dass das Bauspardarlehen noch nicht ausgereicht wird. Sind das Haus oder die Wohnung dann aber schon gefunden, kann es passieren, dass der Bausparer eine Zwischenfinanzierung braucht und die braucht er nicht nur für das Bauspardarlehen sondern auf die gesamte Bausparsumme, weil das Bausparguthaben nicht angerechnet wird. Zwischenfinanzierungen sind teurer und können auch durch die Zinsen, die von der Bausparkasse auf das bestehende Guthaben gezahlt werden, nicht ausgeglichen werden.
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