Bausparverträge erklärt

6. Dez 2009 | Rubrik: Kreditlexikon / Glossar

Eine häufig genutzte Möglichkeit, einen größeren Teil des Finanzierungsbedarfs im Rahmen einer geplanten Baufinanzierung abzudecken, ist die Nutzung eines Bausparvertrages. Bausparverträge bestehen im Grunde aus zwei Teilen. Im ersten Teil muss man eine bestimmte Summe durch regelmäßige oder unregelmäßige Einzahlungen in den Bausparvertrag ansparen, um im zweiten Teil dann zu einem späteren Zeitpunkt ein von den Zinsen her günstiges Bauspardarlehen erhalten zu können. Ein Vorteil der Bausparverträge besteht unter anderem darin, dass man sich mit Abschluss des Vertrages nicht verpflichtet, das Bauspardarlehen in Anspruch zu nehmen, sondern es handelt sich dabei um eine Option, die man nutzen kann aber nicht nutzen muss. Eingebunden in eine Baufinanzierung stellt das Bauspardarlehen eine optimale Finanzierungsmöglichkeit dar. Der zu zahlende Zinssatz für das in Anspruch zu nehmende Bauspardarlehen ist schon bei Abschluss des Bausparvertrages bekannt und ändert sich während der gesamten Rückzahlungsdauer nicht. Zudem liegt der Zinssatz für das Bauspardarlehen im Normalfall rund 1,5 – 2,0 Prozent unter dem Zinssatz, den man für ein Hypothekendarlehen der Bank zahlen muss.

Vom Grundsatz her funktionieren die Bausparverträge also auf die Art und Weise, dass man zunächst einmal bei Abschluss des Vertrages eine bestimmte Bausparsumme festlegt, zum Beispiel 100.000 Euro. Je nachdem, für welchen Tarif man sich entscheidet, muss man im Folgenden 40-50 Prozent dieser Summe, also im Beispiel 40.000 bis 50.000 Euro, zunächst einmal selber ansparen. Ist dieses geschehen, kann man bei Zuteilungsreife des Vertrages das Bauspardarlehen in Anspruch nehmen. Die Bausparverträge funktionieren also auf Basis der Bauspargemeinschaft, weil man immer das Kapital als Darlehen bekommt, was andere Bausparer zuvor durch ihre Sparbeiträge eingezahlt haben. Im Vergleich zu vielen anderen Sparverträgen sind die Bausparverträge zudem sehr flexibel, denn man kann sowohl feste Sparraten als auch unregelmäßige Einzahlungen in den Vertrag vornehmen. Auch die Reduzierung und Erhöhung der Bausparsumme ist jederzeit möglich, falls sich der Finanzierungsbedarf einmal ändern sollte.

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