Bonitätsabhängige Zinsen

1. Dez 2008 | Rubrik: Kreditlexikon / Glossar

Wenn Banken mit besonders niedrigen Zinsen für Konsum- oder Immobilienfinanzierungen werben, ist oft Vorsicht geboten. Zwar enthält der effektive Jahreszins alle Kosten des Kreditangebotes und stellt somit ein transparentes Merkmal für die Bewertung eines Kreditangebotes dar, allerdings sind die Offerten meist mit dem Hinweis versehen, dass es sich um einen bonitätsabhängigen Zinssatz handelt.

Ein bonitätsabhängiger Zinssatz ist nicht fix. Bei Kreditangeboten mit bonitätsabhängigem Zinssatz hängt der Zins vielmehr von der persönlichen Kreditwürdigkeit (Bonität) des potentiellen Kreditnehmers ab. Konkret bedeutet das, dass Personen mit einer hohen Kreditwürdigkeit besonders günstige Konditionen erhalten und Kreditnehmer mit geringer Bonität tendenziell deutlich höhere Zinsen bezahlen müssen. Die kreditgebende Bank wird damit der Tatsache gerecht, dass das Ausfallrisiko der Kredite bei bonitätsschwachen Kreditnehmern wesentlich höher ist, als bei solchen mit hoher Bonität.

Die individuelle Bonität hängt zwar in erster Linie vom Einkommen ab, jedoch spielen auch andere Faktoren eine wichtige Rolle. So prüfen fast alle Banken in Deutschland vor Vertragsabschluss die Schufaauskunft des Kreditinteressenten. Aus dieser erhalten die Entscheider wichtige Informationen über die Kreditwürdigkeit. Ein eventuell geleisteter Offenbarungseid kommt hier ebenso ans Tageslicht, wie ein anhängiges Insolvenzverfahren oder eine nicht bezahlte Versandhausrechnung.

Die Bonität wird aber auch vom erlernten Beruf beeinflusst. Ein Akademiker besitzt eine höhere Bonität als ein Arbeiter oder z.B. Handwerker. Ein Beamtenverhältnis oder ein Posten im öffentlichen Dienst bedeutet für Banken in der Regel eine besonders hohe Bonität, da quasi kein Kündigungsrisiko besteht.

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