bonitätsunabhängig
25. Jan 2011 | Rubrik: Kreditlexikon / GlossarDie Kreditinstitute verdienen u.a. dadurch ihr Geld, dass ihre Kunden für die zuvor vergebenen Kredite Zinsen an das Institut zahlen. Insofern muss jede Bank wie ein Unternehmen wirtschaften und entsprechende Kreditausfälle von säumigen Kreditnehmern mit einkalkulieren. Das ist mit ein Grund, weswegen es zu nicht unerheblichen Unterschieden bei den Konditionen der Banken in Bezug auf die Kreditvergabe kommt.
Allerdings sind die Voraussetzungen für eine Kreditvergabe bei den Kreditinstituten nahezu identisch. Die Höhe des verfügbaren Einkommens des Antragstellers steht dabei genauso im Mittelpunkt wie die dessen Kreditwürdigkeit. Diese wird – in Ergänzung der Schufa-Auskunft – nach einem bestimmten Scoring-System ermittelt, bei dem der Familienstand, der erlernte bzw. ausgeübte Beruf und das Einkommen eine wesentliche Rolle spielen. Im dem Zusammenhang wird von einer bonitätsabhängigen Kreditvergabe gesprochen. Sie ist bei nahezu allen Kreditvergaben die Regel und wird nicht selten gerade wegen des Scorings stark kritisiert, da eben neben den genannten Kriterien auch die Wohnlage und weitere die persönliche Lebensweise der Kreditantragsteller betreffende Kriterien eine Rolle spielen.
Anders sieht es dagegen aus, wenn Kredite bonitätsunabhängig vergeben werden. Anzutreffen sind diese Kredite z.B. bei der Kfz-Finanzierung. Hier wird ein bestimmtes Fahrzeug zu festen Konditionen angeboten oder eine besondere Rabattaktion wird gestartet. Hier erhalten alle Fahrzeugkäufer den Kredit zu den gleichen Finanzierungskonditionen.
Wirkliche bonitätsunabhängige Kredite sind bei den hiesigen Banken indes kaum oder nur noch sehr selten anzutreffen, denn das kritisierte Scoring-System hat sich bewährt. Wenn Banken dennoch bonitätsunabhängige Kredite vergeben, dann entscheidet nicht die Kreditwürdigkeit des Antragstellers sondern die Kreditart. In der Folge erhalten dann Antragsteller mit einer guten Bonität ihren Kredit zu denselben Konditionen wie Antragsteller mit einer eher schlechten Bonität. Dann wird in Einzelfällen die Kreditvergabe nach dem „Zwei-Klassen-System“ ad acta gelegt.
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