Briefschuld
21. Okt 2009 | Rubrik: Baufinanzierung / Immobilienfinanzierung, Kreditlexikon / GlossarDie Briefschuld ist heute fast komplett vom Immobilienmarkt verschwunden, dennoch gibt es die Möglichkeit seine Finanzierung auf Basis einer Briefschuld aufzubauen. Beim Kauf von älteren Immobilien kann es aber sehr gut sein, dass noch eine alte Briefschuld vorliegt.
Hier kommt auch schon der Vorteil einer Briefschuld zum Tragen, denn eine Umschuldung auf eine andere Person ist mit einer Briefschuld problemlos und vor allem ohne Kosten möglich. In der Regel werden Finanzierungen für eine Immobilie mit einer Grundschuld gestartet, denn viele Käufer verfügen nicht über die finanziellen Mittel um die Immobilie auf einen Schlag zu bezahlen. Grundsätzlich sollte man aber als Käufer dennoch so vernünftig sein und wenigstens 20% des Gesamtpreises sofort bezahlen können. Finanzierungen ohne Anzahlungen sind ansonsten mit sehr hohen Zinsen und einer unverhältnismäßigen Laufzeit verbunden. Dieses Eigenkapital dient gleichzeitig auch als ein Nachweis für eine gewisse Sicherheit.
Die Sicherheit für das Kreditinstitut kommt jedoch erst dann zu Stande, wenn eine Schuld in das Grundbuch eingetragen wird. Wie bereits erwähnt nennt sich dies Grundschuld. Der finanzielle Aufwand für die Eintragung einer Grundschuld beläuft sich auf 3,5% des gesamten Kaufpreises. Ist die Immobilie also 200.000 Euro teuer, so fallen für die Grundbucheintragung alleine noch mal 7000 Euro an. Die Briefschuld, die in Form einer Urkunde mit allen wichtigen Daten ausgegeben wird, ist um ein vielfaches teurer. Dennoch vergessen viele Käufer diese 3,5% in ihrer Kalkulation, erschwerend kommen nämlich noch mal 1,5% für die Notarkosten hinzu. In oben genanntem Beispiel würden schließlich 10.000 Euro, bzw. 5% des Kaufpreises, als zusätzlich zu tragende Fixkosten auflaufen.
Wird die Immobilie nun verkauft, ist eine Umschuldung nur dann möglich, wenn der Grundbucheintrag entsprechend geändert wird. Dies erfolgt zum gleichen Prozentsatz, wie beim ersten Grundbucheintrag. Eine Briefschuld ist dagegen einfach weiterzugeben, bzw. beim finanzierenden Kreditinstitut zu hinterlegen. Eine lohnende Angelegenheit, wenn man sich über den Wert seiner Immobilie im Klaren ist und bereits beim Kauf weiß, dass ein baldiger Verkauf in Frage kommt. Ansonsten ist eine Briefschuld schlicht und ergreifend zu teuer, eine genaue Berechnung bringt aber entsprechende Klarheit und spart damit bares Geld.
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