Call Money

23. Dez 2009 | Kredit-Wissen von Kredite Infoportal | Rubrik: Kreditlexikon / Glossar

Kreditinstitute benötigen Gelder, um die Kreditvergabe an ihre Kunden sicherzustellen. Hierfür nehmen sie Geld bei anderen Banken oder aber bei der Zentralbank auf. Um die Zinsbelastung für diese Kredite möglichst gering zu halten, werden die Kredite nur über Nacht, also lediglich für einen Tag beansprucht. Aus dieser Praxis resultiert die Bezeichnung Overnight Money, wobei auch der Ausdruck Call Money für dieses Geld häufig genutzt wird. Die Verzinsung dieser Gelder orientiert sich am EONIA-Zinssatz, des Euro Overnight Index Average. Er wird täglich ermittelt und gibt das allgemeine Zinsniveau in Europa wider.

Overnight-Anlagen oder Call Money wird in der Regel am Tag nach dem Abschluss inklusive der Zinsen zurückgezahlt. Aber auch Anlagen, die längerfristig bei einer Bank angelegt und dort täglich verfügbar sind, werden als Call Money bezeichnet.

Als Call Money wird demzufolge nicht nur die Kreditvergabe zwischen Banken bezeichnet, auch die Geldanlage Tagesgeld, die bei vielen Privatanleger nimmer beliebter wird, wird unter anderem derart bezeichnet. Als Tagesgeld werden Kontokorrentkonten geführt, die nicht für den Zahlungsverkehr zugelassen sind, aber hohe Guthabenzinsen bieten. Das Geld auf diesen Konten ist täglich verfügbar und kann daher ohne weitere Kündigung sofort verfügt werden.

Die Verzinsung von Tagesgeldkonten oder Call Money für Privatanleger folgt ebenfalls dem EONIA-Zinssatz. Da sich dieser täglich ändert, werden die Zinsen für Call Money variabel vereinbart und können sich jederzeit Marktveränderungen anpassen. Die Zinszahlungen werden je nach Institut entweder monatlich oder quartalsweise gutgeschrieben, einige wenige Kreditinstitute bezahlen die Zinsen auch jährlich an die Anleger aus.

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