Direkt-Leasing | Finanzieren direkt beim/vom Hersteller

16. Mai 2011 | Rubrik: Leasing als Finanzierung

Leasing ist vergleichbar mit einem Mietvertrag. Beim Leasing vereinbart eine Privatperson oder ein Unternehmen das zeitliche Begrenzte Nutzungsrecht über einen Gegenstand. Bei diesem Gegenstand kann es sich um die unterschiedlichsten Sachen handeln. Denkbare Leasingobjekte wären Autos, Schiffe, Flugzeuge, Computer, Maschinen oder sogar militärische Fahrzeuge bis hin zu Waffen. Der Unterschied zu einem Mietvertrag ist dabei, dass der Leasingnehmer nach Vertragslaufzeit durchaus die Möglichkeit hat den geleasten Gegenstand dauerhaft zu erwerben. Dies geschieht zumeist durch die Zahlung einer relativ geringen Abschlusssumme.

Für Unternehmen steht zusätzlich das so genannte Direkt-Leasing zur Verfügung. Dabei handelt es sich um einen Vertrag mit dem Hersteller des Leasingobjektes. Somit ist diese Finanzierungsform mit einem „Lagerverkauf“ zu vergleichen. Die Vorteile sind hierbei günstigere Leasingraten, da keine Zwischenhändler bezahlt werden müssen und eine größere Auswahl für den Leasingkunden. Direkt-Leasing steht zumeist jedoch nur gewerblichen Kunden zur Verfügung, die eine gewisse Mindestmenge abnehmen können, z.B. aber nicht nur für LKW Finanzierungen.

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen einem Vollamortisationsleasing und einem Teilamortisationsleasing. Beim Ersten werden die Anschaffungskosten des Leasingobjektes, die dem Leasinggeber entstehen, inklusive aller anfallenden Zinsen innerhalb der vereinbarten Laufzeit vollständig von den Leasingraten des Leasinggebers gedeckt. Beim Teilamortisationsleasing ist das nicht der Fall. Hier bleibt nach Vertragsende ein kalkulierter Restwert für das Leasingobjekt übrig. Diese Form des Leasings wird zumeist nur dann angewendet, wenn der Leasingnehmer den Gegenstand nach Vertragsende übernimmt. Ansonsten ist diese Variante für Leasinggeber unattraktiv, da diese den Gegenstand nicht in einem anderen Leasingvertrag verwenden können und durch eine Versteigerung der kalkulierte Restwert zumeist nicht gedeckt wird.

Neben der Finanzierung ist Leasing bei Unternehmen auch wegen der bilanziellen Behandlung ein beliebtes Finanzierungsinstrument. Je nach Art des Leasings muss das leasende Unternehmen den Leasinggegenstand nicht bilanzieren. Hierdurch verbessern Unternehmen häufig ihre formelle Vermögenssituation. Beliebt ist auch die Strategie, bei der ein Unternehmen einen Vermögensgegenstand verkauft, um diesen dann direkt vom Käufer zurück zu leasen.

Der Leasingnehmer hat immer den Vorteil, dass er einen Vermögensgegenstand nutzen kann, ohne eine große Investition tätigen zu müssen. Unternehmen nutzen besonders das Direkt-Leasing um in neue Maschinenparks (siehe Maschinenleasing) oder Fuhrparks zu investieren. Ohne Leasing wären solche Projekte nur mit großem Aufwand durchzuführen. Insbesondere bei Fahrzeugen ist Leasing beliebt, da diese meist nur eine wirtschaftliche Nutzungsdauer von wenigen Jahren besitzen.



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