Dispokredite

30. Aug 2010 | Rubrik: Alle Arten von Krediten & Darlehen erklärt

Als Bankkunde hat man eine bestimmte Bonität. Diese ergibt sich in der Regel aus dem Kontostand, dem regelmäßig eintreffenden Arbeitslohn oder Honoraren und dem, was man auf Sparkonten oder in Form von Aktien zurückgelegt hat. Aufgrund der Bonität vergibt die Bank auf Anfrage oder auch von sich aus einen Dispositionskredit, kurz Dispokredit. Er überschreitet in der Regel nicht die Höhe von zwei oder drei Gehältern.

Dispokredite sind 1968 als kurzfristige Überziehungskredite für Privatkunden eingeführt worden. Sie ermöglichen einem Kunden, auch ohne “echte” Kreditaufnahme eine größere Finanzierung vorzunehmen und anschließend ohne einen Ratenvertrag wieder auszugleichen. Viele Bankkunden nutzen ihre Dispokredite für die kurzfristige Zwischenfinanzierung eines größeren Kaufs, beispielsweise von Möbeln. Auch eine Urlaubsreise kann man so vorfinanzieren, weil das Konto oft erst durch das am Monatsende eintreffende Gehalt ausgeglichen wird. Viele Menschen haben heutzutage keine Sparbücher mehr, sondern legen ihr Geld langfristig in Fonds oder Akten an. Der kurzfristige Zugriff auf eine größere Summe wird daher oft direkt vom Privat-Girokonto getätigt. Ist der Dispositionskredit einmal eingeräumt, kann man beliebig oft darauf zurückgreifen. Er stellt in gewisser Weise einen Vertrauensbonus der Hausbank dar. Man kann ihn als eine “geduldete Kontoüberziehung” in Höhe einer zuvor festgelegten maximalen Gesamtsumme ansehen. Dieses Vertrauen sollte man durch sein Verhalten rechtfertigen.

Viele Menschen nutzen ihre Dispokredite leider dazu, ihr Konto ständig bis ans Limit überzogen zu halten und sich Dinge zu gönnen, die sie sich eigentlich nicht leisten können. Daher sei an dieser Stelle angemerkt, dass ein ständig überzogener Dispositionskredit jederzeit fristlos gekündigt werden kann! Insbesonderen, wenn sich die Vermögensverhältnisse erheblich verändert haben oder gar eine Zwangsvollstreckung droht, ist dies zu beachten. Die Rückzahlung der überzogenen Beträge muss dann sofort geleistet werden. Hat die Bank einem keinen Dispositionskredit eingeräumt, sollte man sein Konto auch nicht ohne Absprache überziehen! Ändert sich die Kontolage – beispielsweise durch Arbeitslosigkeit oder Verdienstausfall durch eine längere Erkrankung -, sollte man die Bank umgehend informieren. Laufende Dispokredite werden dann gegebenenfalls umgeschuldet oder – wenn sie nicht genutzt wurden – zurückgestuft. Auf diese Weise kann man eine Überschuldung vermeiden!

Die Zinsen für einen Dispositionskredit werden tageweise berechnet. Überzieht man die von der Bank festgesetzte Kreditsumme, fallen weitere Zinsen an. Zudem wird die Bank eine Überziehung ohne vorherige Rücksprache oder Krediterhöhung negativ vermerken.

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