Dynamische Investitionsrechnung | Vor- und Nachteile

27. Jan 2010 | Rubrik: Aktuell und Allgemeines über Kredite

Einem Unternehmen stehen für die Beurteilung von Investitionsalternativen verschiedene Investitionsrechenarten zur Verfügung. Neben den sogenannten statischen Rechenarten spielen in der Praxis immer häufiger dynamische Verfahren der Investitionsrechnung eine wichtige Rolle. Diese lassen sich in die vier Grundformen

1. Kapitalwertmethode,
2. Annuitätenmethode
3. interne Zinsfußmethode und
4. dynamische Amortisationsrechnung

unterteilen. Der größte Unterschied zwischen den statischen und dynamischen Verfahren ist die Berücksichtigung der Zeitpräferenz der erwarteten Rückflüsse. Das heißt, dass den Zahlungsströmen, die in der Zukunft stattfinden werden, nicht der gleiche Wert beigemessen wird wie den Zahlungsströmen im aktuellen Geschäftsjahr. Erreicht wird dieser Effekt durch die Diskontierung dieser Beträge mit einem zuvor festgelegten Zinssatz. Der Vorteil dieser Vorgehensweise liegt auf der Hand. Das Ergebnis dieser Rechnung ist realistischer und genauer.

Im Gegensatz zu den statischen Verfahren rechnen die dynamischen Investitionsrechenarten nicht mit Durchschnittswerten, sondern sie ziehen hierzu die zukünftig zu erwartenden Rückflüsse heran. Dies ist einerseits ein großer Vorteil, da man auch hierdurch realistischere Ergebnisse erhält. Andererseits müssen diese Rückflüsse zunächst einmal ermittelt werden, was häufig nur mit einem sehr großen Aufwand möglich ist. Deswegen werden solche Werte regelmäßig einfach geschätzt, wodurch die Qualität der Ergebnisse enorm sinkt. Neben den zukünftig zu erwartenden Rückflüssen muss auch der Zinssatz ermittelt werden, welcher zur Diskontierung herangezogen werden soll. Auch dieser Zinssatz ist schwer zu errechnen oder muss geschätzt werden. Dies wird häufig in der Praxis gemacht und hat meist einen negativen Einfluss auf das Ergebnis der Investitionsrechnung.

Aufgrund dieser Nachteile ist die dynamische Investitionsrechnung nur für größere Unternehmen sinnvoll. Um ein zuverlässiges Ergebnis zu erhalten, muss man zunächst einmal hohe Kosten aufwenden. Diese Kosten sind für kleine Unternehmen meist kaum zu tragen. Ist ein Unternehmen in der Lage diese teuren und komplexen Verfahren anzuwenden, so können durchaus akzeptable Ergebnisse erhalten werden.

Investitionsentscheidungen werden in den seltensten Fällen einzig und allein auf Basis einer Investitionsrechnung getroffen. Nicht in Zahlen quantifizierbare Ziele eines Unternehmens, wie zum Beispiel Unternehmensimage, sind häufig ausschlaggebend für solche Entscheidungen.

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