Existenzgründerkredit | Viel Förderung, doch ohne tragfähiges Konzept geht’s nicht

26. Jul 2010 | Rubrik: Finanzierungen sonstiger Einsatzzwecke

Existenzgründer haben es auch heutzutage nicht leicht! Die weltweite Immobilien- und Finanzkrise hat die Banken derart gebeutelt, dass man heute einen Existenzgründerkredit nur noch unter bestimmten Bedingungen erhält. Allerdings: so einfach, wie es einem manche Portale vorgaukeln, war es noch nie. Jede Bank prüft das Geschäftskonzept eines Antragstellers auf Herz und Nieren – und wenn es ihrer Ansicht nach nicht tragfähig und ausreichend gewinnträchtig ist, hat man schlechte Karten.

Eine Unternehmensgründung muss also auf einem sicheren Konzept und einem durchdachten Unternehmensplan beruhen. Dieser sollte nicht nur die geplante Geschäftstätigkeit genau definieren, sondern auch den potentiellen Kundenkreis ausloten und insbesondere auf so wichtige Dinge wie ausreichenden Cash Flow, nötige Anfangsinvestitionen, ausreichende Versicherungen und so weiter achten. Die Frage nach der Finanzierung des Unternehmens ist immer die wichtigste Frage! Die Gründung eines Unternehmens – und sei es auch noch so klein – kann man nur selten mit Hilfe finanzkräftiger Freunde und Partner stemmen. In den meisten Fällen ist die Hausbank der Ansprechpartner, in einigen Fällen kann man auch einen Existenzgründerkredit über das Arbeitsamt erhalten. Dies gilt vor allem dann, wenn man sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbständig macht und zuvor lange genug in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat.

Um einen Existenzgründerkredit zu erhalten, genügt es zuweilen nicht einmal, hohe Anforderungen an sich und sein zukünftiges Unternehmen zu stellen. Viele gute Geschäftskonzepte wurden bereits abgelehnt, weil die Bank darin nicht die Gewinnchancen gegeben sah, die dem Firmengründer vorschwebten. Kriterien wie die Lage des Unternehmensstandorts, die Fachkompetenz des Firmengründers im angestrebten Geschäftsbereich, die geplante Anzahl von Mitarbeitern, die Tragfähigkeit der Geschäftsidee, die Organisation des Unternehmens, die Konkurrenzsituation auf dem Markt und andere Details werden überprüft. Wer die Marktchancen nicht genau genug überprüft hat, wird dies spätestens bei der Ablehnung seines Antrages bedauern. Auch ein guter Businessplan beruht zu einem Teil auf Annahmen, die sich nicht realisieren lassen können. Anpassungsfähigkeit und ein Reagieren auf die jeweilige Marktsituation sind also nötig!

Auch den Formalitäten sollte man genug Aufmerksamkeit widmen! Häufig muss nachgewiesen werden, dass der Existenzgründer sich bereits im Voraus um die Anmeldung bei der Krankenkasse gekümmert hat oder beim Gewerbeamt vorstellig wurde. Zudem muss angemerkt werden, dass die Frage des vorhandenen Eigenkapitals gestellt wird. Ein Existenzgründerkredit finanziert nämlich nur einen Teil des Unternehmens. Ein ausreichend hoher Eigenbeitrag ist dringend notwendig. Die Höhe des erwarteten Eigenkapitals ist von Bank zu Bank verschieden.

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