Firmenkredit | Mitunter gibt es reichlich Verhandlungsspielraum für den Zinssatz

28. Aug 2010 | Rubrik: Alle Arten von Krediten & Darlehen erklärt

Mit einem Firmenkredit bezeichnet man einen speziellen Kredit, der von Banken ausschließlich an Unternehmen oder Selbständige (in speziellen Fällen auch an Freiberufler) vergeben wird. Verschiedene Bedingungen unterscheiden sich dabei von Krediten, die an Privatpersonen vergeben werden. Ein Firmenkredit kann zum Beispiel aufgenommen werden, um die Gründung eines Unternehmens zu finanzieren, er kann aber auch zur Finanzierung eines bereits bestehenden Unternehmens diesen, etwa wenn spezielle Investitionen getätigt werden sollen.

Ähnlich wie beim Privatkredit wird auch beim Firmenkredit zunächst die Bonität des Kreditnehmers überprüft. Da dies normalerweise jedoch keine natürliche, sondern eine juristische Person (das Unternehmen) ist, gelten spezielle Kriterien. Zur Prüfung werden relevante Dokumente herangezogen, dazu zählen etwa die Bilanzen der Firma, die vergangenen Jahresabschlüsse, aber auch Körperschafts- oder Gewerbesteuererklärungen.

Bei Unternehmen, die noch nicht lange auf dem Markt sind besteht, genau wie bei Existenzgründern, ein höheres Risiko für den Kreditgeber, da die Bonität kaum überprüft werden kann, die Kreditvergabe kann hier lediglich auf der Grundlage eines Geschäftsplans erfolgen. Die Voraussagen, die darin getroffen werden, lassen sich natürlich nicht überprüfen, es kann lediglich das Risiko abgeschätzt werden. Ein solcher Businessplan muss allerdings auch von einem bereits etablierten Unternehmen vorgelegt werden, wenn eine größere Investition mit dem Kredit finanziert werden soll. Über diesen Plan sollte sich der Unternehmer vorher viele Gedanken gemacht haben, schließlich geht es zum einen um den eigenen Geschäftserfolg, zum anderen muss auch der Bankberater das Konzept verstehen und für gut befinden.

Bei den Zinssätzen für Firmenkredite gibt es oft einen gewissen Verhandlungsspielraum, da es sich in der Regel um individuelle Angebote handelt. Daher sollten Unternehmer nicht nur ein Angebot von ihrer Hausbank einholen, sondern sich wenigstens zwei oder drei Vergleichsangebote von anderen Kreditinstituten geben lassen. Auch der Kontakt zu einem potenziellen privaten Kreditgeber kann sich in der Phase vor der Kreditaufnahme lohnen. Soll eine Existenzgründung oder eine größere Investition finanziert werden, gibt es zudem oft die Möglichkeit, staatliche Förderkredite in Anspruch zu nehmen. Vermittelt werden diese in der Regel über die Hausbank, Kreditgeber ist aber eine andere Institution, zum Beispiel die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Vorteil hierbei sind die relativ günstigen Zinssätze und die vorteilhaften Kreditkonditionen.

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