Fremdwährungsdarlehen – Chancen und Risiken von Krediten in anderer Währung
8. Jan 2009 | Rubrik: Alle Arten von Krediten & Darlehen erklärtIn der Immobilienfinanzierung galten sie lange Zeit als viel zu spekulativ. Meistens hörte man von Fremdwährungsdarlehen nur im Zusammenhang mit professionellen Investoren, die Zinsdifferenzen nutzen wollten. Mittlerweile ist die Fremdwährungsfinanzierung aber auch für Immobilienfinanzierungen ein geeignetes Vehikel. Zwar ergeben sich aus einer Fremdwährungsfinanzierung immer Risiken, gegen diese kann man sich aber absichern.
Die größte Gefahr einer Fremdwährungsfinanzierung ist eine starke Änderung des Wechselkurses. Da der Darlehensbetrag in der fremden Währung ausgezahlt wird und erst in die Zielwährung einzutauschen ist, spielt der Wechselkurs eine entscheidende Rolle für die Tragfähigkeit einer Finanzierung. Nicht weniger wichtig ist der Wechselkurs bei der späteren Tilgung. Denn auch diese hat der Darlehensnehmer in der fremden Währung vorzunehmen. Wird die fremde Währung gegenüber der eigenen Währung teurer, verteuert sich auch die Rückzahlung. Dies kann ganze Finanzierungsvorhaben vor die Untragbarkeit stellen.
Wichtig ist es deshalb, sich rechtzeitig gegen die natürlichen Risiken an den Devisenmärkten abzusichern. In der Regel bieten aber alle Banken, die ihren Kunden ein Fremdwährungsdarlehen zur Finanzierung einer Immobilie anbieten, auch sogenannte Währungscaps an. Damit sichert sich der Kreditnehmer den Wechselkurs zum Zeitpunkt der Finanzierung für die gesamte Laufzeit des Darlehens. Eine Änderung des Wechselkurses ist dann gänzlich ohne Einfluss auf die Finanzierung der Immobilie.
Allerdings besteht abhängig davon auch die Gefahr, dass die Finanzierung Kosten verursacht, die einer konventionellen Finanzierung übersteigen. Denn viele Banken bieten Fremdwährungsfinanzierungen nicht nur an, weil sie besondere Kostenvorteile für den Kunden bieten. Vielfach liegt die Motivation zum offensiven Vertrieb der Produkte darin, dass die Banken sowohl an dem Darlehen (an der Vermittlung und/oder an den Zinsen), als auch an dem Hedging des Produktes (also dem Währungscap) verdienen. Dadurch sind derartige Geschäfte für die Banken oft besonders attraktiv.
Letztlich muss individuell geprüft werden, welche Form der Finanzierung für den Kreditnehmer die optimale Lösung darstellt. Wenn ein Fremdwährungsdarlehen sich am besten eignet, spricht – bei adäquater Risikoabsicherung – nichts gegen den Abschluss.
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