Geduldete Kontoüberziehung ist nicht gleich Dispokredit!

8. Mai 2009 | Rubrik: Aktuell und Allgemeines über Kredite

Grundsätzlich gilt, dass eine geduldete Kontoüberziehung nicht identisch ist mit dem Dispokredit. Ein Dispokredit, kurz Dispo genannt, ist ein zwischen der Bank und dem Kunden vertraglich genau festgelegtes Limit, bis zu welchem das Girokonto jederzeit überzogen werden darf. Für den Dispokredit werden Zinsen berechnet, allerdings nur für den Fall seiner tatsächlichen Inanspruchnahme.
Grundvoraussetzungen für die Gewährung eines Dispokredites sind ein regelmäßiges, ausreichend hohes monatliches Einkommen (Lohn oder Gehalt) sowie eine positive Schufaauskunft.

Eine geduldete Kontoüberziehung ist die Überziehung des Kontos über das Dispolimit hinaus. Ob und in welchem Umfang eine Bank dies duldet, hängt von ihren jeweiligen Geschäftsbedingungen ab. Letzten Endes ist es auch eine Kulanz- und Vertrauensfrage dem Kunden gegenüber.

Für einen Überziehungsbetrag, welcher über dem Dispolimit liegt, fallen zusätzliche Zinsen an. Diese liegen im Durchschnitt 4 Prozent höher als die Dispozinsen. Dies kann sehr teuer werden, da bereits für einen Dispokredit durchschnittliche 12 Prozent Zinsen berechnet werden. Eine geduldete Überziehung würde also mit ca. 16 Prozent Zinsen zu Buche schlagen.

In der Praxis ist es oft so, dass die meisten Banken vereinzelte Überziehungen des Dispolimits akzeptieren, solange dies nicht zur Regel wird. Gerät das Konto durch Lastschriften in den Überziehungsbereich, so wäre eine Rücklastschrift sehr teuer und arbeitsintensiv, sodass es die meisten Banken vorziehen, dass das Konto überzogen bleibt. In diesem Falle wird der Kunde anschließend meist angeschrieben mit der Bitte, sein Konto innerhalb einer bestimmten Frist in den Bereich des Dispolimits zurückzuführen.

Eine geduldete Kontoüberziehung ist ausgeschlossen, wenn es sich bei dem betreffenden Girokonto um ein reines Guthabenkonto handelt. Hier wird jede Lastschrift, die nicht die erforderliche Deckung innerhalb des Kontoguthabens aufweist, zurückgebucht.

Überzieht ein Bankkunde sein Girokonto über das Dispolimit hinaus, kann dies durchaus auch negative Folgen für seine Bankauskunft haben. Dies ist vor allem dann interessant, wenn er Kredit- oder Kundenkarten bestimmter Fremdanbieter beantragen möchte.

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