Konstantdarlehen
8. Okt 2009 | Rubrik: Alle Arten von Krediten & Darlehen erklärtMenschen, die für ihre Baufinanzierung das klassische Annuitätendarlehen nutzen, müssen nach Ablauf der Zinsbindungsfrist die Konditionen mit ihrer Bank neu vereinbaren. Dabei besteht natürlich ein nicht unerhebliches Zinsänderungsrisiko. Dieses Zinsänderungsrisiko kann mit so genannten Konstantdarlehen verhindert werden.
Konstantdarlehen stellen dabei eine Kombination aus Bausparvertrag und Vorausdarlehen dar. In den ersten Jahren befindet sich der Bausparvertrag in der Sparphase, der Kunde muss demnach die monatlichen Sparraten überweisen, um die Zuteilung des Vertrages sicherzustellen. Gleichzeitig besteht das Vorausdarlehen, für das jedoch nur die Zinsen zu bezahlen sind. Erst dann, wenn der Bausparvertrag zuteilungsreif ist, wird das Bauspardarlehen ausgezahlt. Mit diesem Darlehen kann dann das Vorausdarlehen abgelöst werden. Sparraten für den Bausparvertrag sowie die Zinsen für das Vorausdarlehen werden dabei aufeinander abgestimmt, so dass Darlehensnehmer während der gesamten Laufzeit mit einer gleich bleibenden Darlehensrate rechnen können. Daher werden diese Darlehen als Konstantdarlehen bezeichnet. Die Laufzeiten für Konstantdarlehen können mit 14, 22 oder 28 Jahren vereinbart werden. Dabei gilt natürlich, dass die Ratenbelastung steigt, je kürzer die Laufzeit vereinbart wird.
Die Finanzierung mit Konstantdarlehen wird immer häufiger vereinbart, obwohl diese Finanzierungsform neben Vorteilen auch einige Nachteile mit sich bringt. Zu den Vorteilen gehört zum Beispiel, dass die Zinsen für die Finanzierung vergleichsweise niedrig sind und für die gesamte Laufzeit fest vereinbart werden können. Das Zinsänderungsrisiko kann somit ausgeschlossen werden. Ein weiterer Vorteil des Konstantdarlehens ist die Flexibilität, denn nachdem die Zuteilung des Bausparvertrages erreicht wurde, können unbegrenzt Sondertilgungen geleistet werden. Letztlich können Bausparer, sofern die notwendigen Einkommensgrenzen nicht überschritten werden, auch noch staatliche Förderungen in Form von Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage in Anspruch nehmen. Neben diesen Vorteilen müssen Kreditnehmer für die Aufnahme des Bausparvertrages aber auch eine Abschlussgebühr bezahlen, die bis zu 1,6% der Bausparsumme betragen kann. Zudem sollten die Angebote der Bausparkassen objektiv miteinander verglichen werden, denn einige Bausparkassen bieten diese Konstantdarlehen zu sehr teuren Konditionen an.
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