Der Kredit zur Kreditkarte

22. Sep 2009 | Rubrik: Kreditkarten als Mittel der Finanzierung

Eine Kreditkarte ist, sofern es sich nicht um eine Debit- oder Prepaid-Kreditkarte handelt, immer mit einem Verfügungsrahmen verbunden. Wird nun mit dem kartenausgebenden Institut eine Ratenzahlung der Kartenumsätze vereinbart, kann dieser Verfügungsrahmen wie ein flexibler Kreditspielraum genutzt werden. Bei Vollzahlung der Kartenumsätze wird dagegen der komplette Kartenumsatz einmal monatlich vom Konto abgebucht, so dass der Verfügungsrahmen kein Kredit im klassischen Sinne ist. Jedoch ergibt sich ein gewisser Finanzierungsspielraum durch die Tatsache, dass die Kartenumsätze nur einmal im Monat abgerechnet und eingezogen werden. Wird am Tag der Kartenabrechnung eingekauft, wird der Kaufpreis erst einen Monat später dem Girokonto belastet. Dieser kurzfristige „Kredit“ ist sogar zinslos.

Im eigentlichen Sinne kann man aber nur bei der Kreditkarten-Teilzahlung von einem Kredit sprechen. Die Höhe des Kreditrahmens wird von der Bank individuell festgelegt und richtet sich, wie bei einem Dispokredit, nach den Einkommensverhältnissen des Karteninhabers. Der Kunde kann dabei meist wählen, wie viel vom Saldo des Kreditkartenkontos er monatlich zurückzahlen möchte. Dies kann ein fester Betrag sein, z.B. 100 Euro, oder ein prozentualer Anteil des Kontostandes, z.B. 5 %. Da die Kreditkartenzinsen in der Regel recht hoch sind, ist eine Abzahlung in sehr kleinen Raten jedoch nicht zu empfehlen. Aufgrund der enormen Kostenvorteile die sich bei Direktbanken durch wegfallen des eigenen Filialnetzes ergeben, können Direktbanken Kreditkarten zu sehr kompetitiven Gebühren anbieten. Dadurch hat sich die Benutzung des Kredites auf Kreditkartenkonten für kleine bis mittelgroße Finanzierungen in den letzten Jahren sehr stark popularisiert. Für kurzfristige Finanzierungen eignet sich allerdings der Dispokredit des Girokontos besser, da er flexibler zurückgezahlt werden kann und meist bessere Zinskonditionen bietet. Für eine größere Anschaffung, deren Kaufpreis in kleinen Raten über einen langen Zeitraum abgezahlt werden soll, ist dagegen weder der Kreditkarten-Kreditrahmen noch der Dispokredit des Girokontos geeignet. Ein Ratenkredit oder eine Finanzierung über den Händler ist in den meisten Fällen wesentlich günstiger.

Oft bietet das kartenausgebende Institut eine Online-Verwaltung des Kreditkartenkontos an. Hier kann der Kunde dann meist selbst einstellen, ob er eine Ratenzahlung wünscht und wie hoch die monatliche Rate sein soll. Eine Änderung der Ratenzahlung ist auch jederzeit möglich und wird mit der nächsten Kreditkartenrechnung bzw. Abbuchung vom Girokonto wirksam. Auch ein vollständiger oder teilweiser Ausgleich des Saldos ist möglich, z.B. durch eine Überweisung vom Girokonto auf das Kreditkartenkonto.

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