Lombardkredit
31. Mai 2009 | Rubrik: Alle Arten von Krediten & Darlehen erklärtBeim Lombardkredit handelt es sich um einen Realkredit. Er ist durch ein Pfandrecht an einem verbrieften Recht oder einer beweglichen Sache gesichert und wird in der Regel als kurzfristiger Kredit gewährt, weshalb er nicht für eine Immobilienfinanzierung in Frage kommt. Als Kredit erhält der Kunde nicht den vollen Wert des Pfandes, sondern nur einen Teil (Beleihungswert).
Der Effektenlombardkredit ist die häufigste Form des Lombardkredits. Der Kreditnehmer stellt seine Wertpapiere als Sicherheit zur Verfügung. Mit der Einigung über das Bestehen eines Pfandrechts sowie der Übergabe des verpfändeten Gegenstands erfolgt die Verpfändung.
Für die Liquidität der Banken war der Lombardkredit der Deutschen Bundesbank bis zur Euroeinführung von wesentlicher Bedeutung um ihre Liquidität zu verbessern. Dabei war die Laufzeit des Kredits auf drei Monate begrenzt, oft wurde er nur für wenige Tage in Anspruch genommen.
Im Privatkundengeschäft hat sich der Effektenlombardkredit mittlerweile etabliert. Für Unternehmen werden Forderungs- und Wechsellombardkredite angeboten. Der Lombardkredit wird oft für die Finanzierung großer Anschaffungen oder auch als Zusatzabsicherung einer Immobilienfinanzierung genutzt.
Beim Lombardkredit sind zwei Kreditvarianten zu unterscheiden: der echte Lombardkredit und der unechte Lombardkredit. Beim echten Lombardkredit wird das über einen festen Betrag lautende Darlehen in einer Summe ausgezahlt. Der unechte Lombardkredit hingegen ist ein abgesicherter Kontokorrentkredit zur Überbrückung kurzfristiger Liquiditätsengpässe. Dabei wird der unechte Lombardkredit im Gegensatz zum echten Lombardkredit auf dem Girokonto des Kreditnehmers eingeräumt.
Da die Sicherheiten in der heutigen Zeit kaum noch verpfändet, sondern abgetreten werden, hat der Lombardkredit (Ausnahme: Effektenlombardkredit) an Bedeutung verloren.
Der Name wird von der Lombardei (Region in Oberitalien) abgeleitet. Bereits im Mittelalter hatten hier Kaufleute Geld gegen Sicherheiten ausgeliehen. Die Grundlagen für die Vergabe von Lombardkrediten sind im Bürgerlichen Gesetzbuch (§§ 1.204 ff.) zu finden.
Lesen Sie hier weiter im Magazin von www.Kredite-Infoportal.de:
- Effektenlombardkredit Bei einem Effektenlombardkredit handelt es sich um einen Privatkredit, der durch die Verpfändung des Wertpapierdepots des Kreditnehmers besichert wird. Anders als bei ...
- Lombardsatz Unter den Lombardsatz versteht man einen Zinssatz der von der Zentralbank fix bestimmt wird. Der Begriff kommt vom französischen „Maison de Lombard“ ...
- Das Wertpapierkreditkonto als Verrechnungskonto für Transaktionen via Wertpapierkredit Viele Anleger haben einen Teil ihres Vermögens in Wertpapieren angelegt. Diese gekauften Wertpapiere werden von dem kontoführenden Kreditinstitut auf ein Depotkonto gebucht. ...
- Lombardkredite und die Beleihung von Wertpapieren Viele Anleger, die Geldvermögen langfristig in Aktien, Fonds oder Anleihen investiert haben und kurzfristig Geld benötigen, nutzen den sogenannten Lombardkredit zur Finanzierung. ...
- Spitzenrefinanzierungsfazilität Bei einer Spitzenrefinanzierungsfazilität (kurz: SRF) handelt es sich um die Möglichkeit für Geschäftsbanken im europäischen Raum, bei der Europäischen Zentralbank (EZB) kurzfristig ...
- Verpfändung von Sparguthaben als Kreditsicherheit Gerade auch die jüngste Finanzkrise hat dazu geführt, dass die meisten Banken bei der Kreditvergabe an Privatpersonen und Unternehmen noch vorsichtiger geworden ...
- Die Besicherung von Krediten Die Darlehen, die an Privatkunden und Geschäftskunden vergeben werden, werden durch verschiedene Kreditsicherheiten abgesichert, damit der Bank im Falle der Zahlungsunfähigkeit des ...