Ratenänderung durch Tilgungswechsel

27. Okt 2009 | Rubrik: Aktuell und Allgemeines über Kredite

Im Verlauf der Rückzahlung eines Kredits kann sich so manches ändern in den Lebensumständen eines Kreditnehmers. Berufliches Fortkommen, das Wegfallen anderer Kreditverpflichtungen, eine auch finanziell gelungene Partnerschaft oder ein unerwartetes Erbe können dafür sorgen, dass neue und unerwartete finanzielle Spielräume entstehen. Oftmals aber ändert sich die Situation auch zum Schlechten: Krankheit, Arbeitslosigkeit, Scheidung, Unterhaltsverpflichtungen, und viele weitere Möglichkeiten können dazu führen, dass ein Kreditnehmer seinen Verpflichtungen nicht mehr im geplanten Rahmen nachkommen kann. Eine der Möglichkeiten, auf eine solche Änderung der Lebensumstände und der damit verbundenen Liquidität zu reagieren ist die Ratenänderung durch Tilgungswechsel.

Der anfängliche Tilgungsanteil einer Rate wird mit Abschluss des Kreditvertrages vertraglich zwischen Kunde und Kreditinstitut vereinbart. Mit Rückgang des offenen Restbetrages sinkt der Zinsanteil der Rate, während gleichzeitig der Tilgungsanteil steigt. Hat der Kreditkunde ein Zahlungsproblem, so kann er mit der Bank über eine Verringerung des Tilgungsanteiles verhandeln und dadurch den Betrag der Gesamtrate herab setzen. Wird der Tilgungsanteil herab gesetzt, so besteht länger eine zu verzinsende Restschuld. Die Gesamtsumme, die der Kunde für den Kreditbetrag aufzuwenden hat, steigt also. Deshalb sind Banken in dieser Hinsicht verhandlungsbereit, steigt doch ihr erzielter Gewinn am vergebenen Kredit. Der Kunde hingegen sollte genau rechnen, denn eine solche Streckung eines Kredits verbessert zwar seine momentane Liquidität, bindet ihn aber länger und erhöht, wie oben erwähnt, die Gesamtsumme, die an die Bank zurück gezahlt werden muss.

Auch im umgekehrten Fall, bei unerwartetem finanziellem Spielraum kann man über eine Ratenänderung durch Tilgungswechsel nachdenken. Ob ein Kreditinstitut sich auf eine solche Regelung einlässt, hängt weitgehend von den im Vertrag festgeschriebenen Zinsen und den aktuellen Marktzinsen ab. Sieht die Bank eine Möglichkeit, das schneller zurück gezahlte Geld zu, für die Bank, besseren Konditionen am Markt unter zu bringen, so wird sie sich auf einen solchen Handel einlassen. Ist das aktuelle Zinsniveau niedrig, so muss der Kunde gut verhandeln, wenn er einen solchen Deal bei seiner Bank durchsetzen will.

Bei umsichtiger Anwendung ist die Ratenänderung durch Tilgungswechsel eine sinnvolle Methode, um auf Schwankungen des finanziellen Spielraums zu reagieren.

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