Strohmannkredit

30. Aug 2009 | Rubrik: Alle Arten von Krediten & Darlehen erklärt

Der Strohmannkredit ist inzwischen nicht nur mehr im Ausland sondern auch in Deutschland verbreitet. Besonderes Merkmal dieses Kredites ist, dass nicht der Darlehensnehmer selbst mit der Bank oder anderen Kreditgebern in Kontakt tritt, sondern in seinem Auftrag eine dritte Person. Diese dritte Person wird als Strohmann bezeichnet, daher nennt man diese Art von Kredit auch Strohmannkredit.

Anfangs war der Strohmannkredit vor allem im Unternehmensbereich verbreitete, allerdings hat er in der letzten Zeit für Privatpersonen immer mehr an Bedeutung gewonnen. Es gibt verschiedene Gründe, warum man sich als Kreditnehmer für den Strohmannkredit entscheidet. Durch die eigene Anonymität als Kreditnehmer ist der Strohmannkredit auf jeden Fall sehr beliebt, da es nach wie vor unangenehm ist, ein Darlehen aufzunehmen.

Bei dem Strohmannkredit gibt es allerdings verschiedenen rechtliche Dinge zu beachten, die für den Strohmann als auch für seinen Auftraggeber von Bedeutung sind. Bei Vertragsabschluss hat der Strohmann nämlich das Recht alle Vertragsbedingungen auszuhandeln. Außerdem ist er als Strohmann für den Kredit verantwortlich und kann während der gesamten Laufzeit dafür haftbar gemacht werden. Somit ist der eigentliche Kreditnehmer, also der Auftraggeber, nicht an Verpflichtungen oder Haftungen im Rahmen des Kreditvertrags beteiligt.

Die Kreditunternehmen distanzieren sich oftmals von Strohmannkrediten, auch wenn diese wie normale Kredite behandelt werden. In der Regel wird das Kreditinstitut aber auch nicht in Kenntnis darüber gesetzt, dass es sich um einen Strohmannkredit handelt. Die Kreditgeber sind auch deshalb skeptisch, da der Strohmannkredit es auch Personen ermöglicht, einen Kredit aufzunehmen, die eigentlich keine ausreichende Bonität vorweisen können. Das will ein seriöser Kreditgeber natürlich verhindern. Hier liegt das Risiko allein beim Strohmann.

Aus diesem Grund ist der Strohmannkredit mit Vorsicht zu genießen, da es sich bei einem Kredit in der Regel um eine langfristige Verpflichtung handelt und nicht beispielsweise um einen Hauskauf, bei dem nur ein Strohmann für seinen Auftraggeber einen Kaufvertrag eingeht. In solch einem Fall wird die Immobilie in der Regel direkt weiterverkauft und der Strohmann hat wirklich keine weiterführenden Belastungen, Risiken und Verpflichtungen. Mit dem Weiterverkauf der Immobilie ist auch der Schufaeintrag des Strohmanns wieder gelöscht.

Somit ist der Strohmannkredit tatsächlich ein rechtlich anerkannter Kredit und zulässig. Dennoch sollte man darauf achten, dass man einen Strohmann seines Vertrauens wählt, da er für die Kreditbedingungen verantwortlich ist. Zudem sollte man den Strohmann nicht in finanzielle Schwierigkeiten bringen beispielsweise durch ausbleibende Zahlungen, da der Strohmann rechtlich gesehen das Risiko trägt und haftbar gemacht werden kann.

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