Vollfinanzierung
14. Dez 2009 | Kredit-Wissen von Kredite Infoportal | Rubrik: Kreditlexikon / GlossarBei der Finanzierung einer Immobilie fordern die Banken bereits seit Jahren Eigenkapital in Höhe von 20% der Gesamtkosten. Der Grund hierfür ist der notwendige Sicherheitsabschlag von 20%, der bei der Bewertung von Immobilien regelmäßig vorgenommen wird. Bei der Neuerrichtung eines Hauses können jedoch schnell Gesamtkosten von 250.000 – 300.000 Euro anfallen, so dass Bauherren Eigenkapital in Höhe von 50.000 – 60.000 Euro nachweisen müssten. Zwar kann dieses Eigenkapital alternativ auch als Eigenleistung eingebracht werden, dennoch fällt es vielen Bauherren und Immobilienkäufern schwer, diese Forderung zu erfüllen. Aus diesem Grund kommen Kreditnehmer die Angebote der Banken zur Vollfinanzierung sehr entgegen, siehe Vollfinanzierung des Hausbaus. Bei dieser Finanzierungsart werden nicht mehr nur 80% des Objektwertes, sondern bis zu 100% finanziert. Aus diesem Grund spricht man bei der Vollfinanzierung auch häufig von der 100%-Finanzierung. Die Einbringung von Eigenkapital ist hierbei nicht notwendig, so dass auch die lange Phase des Sparens nicht eingerechnet werden muss und die Wunschimmobilie sofort erworben werden kann. Somit bietet die Vollfinanzierung den Vorteil, Vorhaben schnell umsetzen zu können.
Doch es gibt auch einige Nachteile, die die Vollfinanzierung mit sich bringen kann. Hierzu gehört beispielsweise, dass die notwendigen Finanzierungsmittel der Vollfinanzierung deutlich höher ausfallen, denn es müssen schließlich die Gesamtkosten von 250.000 Euro komplett finanziert werden. Daraus folgt, dass auch die Monatsbelastung im Vergleich zur klassischen Finanzierung deutlich höher ist. Daher werden derartige Darlehen häufig nur an Kreditnehmer mit einer entsprechenden Bonität sowie einem ausreichend hohen Einkommen vergeben.
Als weiterer Nachteil der Vollfinanzierung seien die vergleichsweise hohen Zinssätze zu nennen. Diese höheren Zinssätze sind der Tatsache geschuldet, dass die Banken den Zinssatz heute anhand ihres Risikos, welches sie mit der Finanzierung eingehen, berechnen. Und da die vollständige Besicherung einer 100%-Finanzierung nicht gewährleistet werden kann, werden Zinsaufschläge berechnet. Diese können jedoch durch zusätzliche Sicherheiten wie beispielsweise die Verpfändung von Sparguthaben oder aber die Abtretung von Lebensversicherungsansprüchen amortisiert werden.
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