Vorab bezahlte Kreditzinsen

19. Jul 2009 | Rubrik: Aktuell und Allgemeines über Kredite

Unter dem Disagio versteht man die Differenz zwischen der eigentlichen Kreditsumme sowie der Summe, die von der Bank ausgezahlt wird. Wird beispielsweise ein Disagio von 5% vereinbart, erhält der Kreditnehmer bei einer Kreditsumme von 100.000 Euro nur 95.000 Euro ausgezahlt. Die übrigen 5.000 Euro werden von der Bank als vorab bezahlte Kreditzinsen einbehalten. Im Gegensatz hierzu sind die Nominalzinsen, die auf den Nominalkreditbetrag von 100.000 Euro zu zahlen sind, deutlich günstiger, wodurch sich die monatliche Belastung für den Kredit natürlich reduziert.

Das Disagio ist dabei vor allem dann interessant, wenn die Finanzierung für ein vermietetes Objekt genutzt wird. Der Kreditnehmer hat dabei die Möglichkeit, die vorab bezahlten Kreditzinsen als Werbungskosten anzusetzen und somit die Steuerlast zu reduzieren. Für Privatnutzer hingegen, die das Haus selbst nutzen wollen, hat das Disagio keinen Vorteil, denn der steuerliche Ansatz ist hier nicht möglich. Daher hat sich die Vergabe von Darlehen mit vorab bezahlten Kreditzinsen in den letzten Jahren deutlich reduziert. Lediglich gewerbliche Kreditnehmer nutzen diese Möglichkeit nach wie vor.

Die Vergabe von Darlehen mit Disagio wird häufig von der KfW Bankengruppe vorgenommen. Die Höhe des Disagio beträgt hierbei zwischen 1-5% der Darlehenssumme. Die monatlichen Zinsen sind hierbei deutlich geringer, wobei dies für Kreditnehmer trotz dessen keinen effektiven Vorteil bringt. Um den Vor- oder Nachteil einer solchen Finanzierung zu berechnen, sollten Kreditnehmer die Gesamtkosten der verschiedenen Darlehen vergleichen. Allein der Vergleich des Effektivzinssatzes ist hier meist nicht ausreichend, das günstigste Darlehen zu finden.

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