Wagniskapital
13. Apr 2011 | Rubrik: Kreditlexikon / GlossarWagniskapital wird auch als Risikokapital oder auf Englisch als Venture-Capital bezeichnet, es handelt sich dabei im weitesten Sinn um jede Form des Eigenkapitals, das im Unterschied zum Fremdkapital für die Kapitalgeber keinen rechtlich fixierten festen Rückzahlungs- und Zinszahlungsanspruch beinhaltet; im engeren Sinn handelt es sich um die externe Eigenfinanzierung von Existenzgründungen oder von leistungsbezogenen Innovationen (zum Beispiel neue Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen), die Erfinder oder kleinere Unternehmer nicht aus eigener Kraft realisieren können und die zudem bedeutend riskanter sind als Ersatz- oder Erweiterungsinvestitionen.
Die erfolgsabhängige Bedienung des Eigenkapitals hat vor allem für innovative Unternehmen mit investitionsbedingten Anfangsverlusten den Vorteil, nicht durch weitere (Zins)-Aufwendungen zusätzlich belastet zu werden. Andererseits sind wegen des vergleichsweise hohen Verlustrisikos und mangelnder Sicherheiten nur wenige Anleger geneigt, ihr Geld als Eigenkapital bereitzustellen. Aus arbeitsmarkt- und strukturpolitischen Gründen fördert zum Beispiel in der Bundesrepublik Deutschland der Staat solche Investitionen der mittelständischen Wirtschaft im Rahmen der Existenzgründungspolitik durch die Bereitstellung von Risikokapital sowie durch steuerliche Maßnahmen und weitere Verbesserungen kapitalmarktbezogener Rahmenbedingungen (Finanzmarkförderungsgesetze).
Spezielle Investmentfonds, die (oft jungen) innovativen Unternehmen Risikokapital zur Verfügung stellen (zum Beispiel für Forschung und Entwicklung), ermöglichen risikofreudigen Anlegern die Beteiligung an Projekten etwa der Softwareentwicklung oder der Biotechnologie. Die risikostreuende Wirkung des Fonds reduziert das Verlustrisiko gegenüber der Beteiligung an nur einem einzigen Unternehmen deutlich.
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