Das Wertpapierkreditkonto als Verrechnungskonto für Transaktionen via Wertpapierkredit
26. Jun 2009 | Rubrik: Kreditlexikon / GlossarViele Anleger haben einen Teil ihres Vermögens in Wertpapieren angelegt. Diese gekauften Wertpapiere werden von dem kontoführenden Kreditinstitut auf ein Depotkonto gebucht. Hat man einen gewissen Bestand an Wertpapieren in seinem Depot, die auch einen bestimmten Wert aufweisen, bieten viele Banken ihren Investmentkunden an, weitere Wertpapiere auf Kredit zu kaufen. Dies bietet sich u.U. dann an, wenn sich interessante Entwicklungen an den Börsen ergeben, der Anleger in dem Moment aber nicht über die nötigen liquiden Mittel verfügt, um noch mehr Wertpapiere zu kaufen.
Entscheidet sich ein Wertpapierkäufer für einen Wertpapierkredit, berechnet die Bank zunächst die Höchstsumme, die sie als Wertpapierkredit zur Verfügung stellt. Die Summe ist ein bestimmter Prozentsatz des eigentlichen Wertes der Wertpapiere, die sich im Depot des Kunden befinden. Als Sicherheit dienen dabei genau diese Wertpapiere. Solch einen Wertpapierkredit nennt man auch Lombardkredit.
Das kontoführende Kreditinstitut richtet für den Kunden ein Wertpapierkreditkonto ein. Dieses Wertpapierkreditkonto ist in der Regel ein Unterkonto zu einem bestehenden Girokonto oder zu einem Tagesgeldkonto. Über das Wertpapierkreditkonto werden alle Transaktionen gebucht und verrechnet, die mit dem Kauf und dem Verkauf von Wertpapieren zu tun haben.
Wenn ein Anleger einen Wertpapierkredit in Anspruch nimmt, sollte er sich darüber bewusst sein, dass er ein relativ hohes Risiko eingeht. Ursprünglich wurden Wertpapierkredite oder Lombardkredite nur von Banken aufgenommen, die kurzfristig Liquidität benötigten. Diese Barmittel konnten sie sich von der Bundesbank oder Landeszentralbank leihen, indem ein Teil des Wertpapierbestands der Bank als Sicherheit verpfändet wurde. Solche Lombardkredite institutioneller Anleger waren und sind aber in der Regel nur sehr kurzfristige Kredite, die oft nur für einen Tag aufgenommen werden. Da ist das Risiko, dass die als Sicherheit verpfändeten Wertpapiere einen Kursverlust erleiden, auch nicht so groß. Privatanleger, die einen Wertpapierkredit aufnehmen, denken da aber oft sehr viel langfristiger. Daher steigt auch das Risiko, dass die als Sicherheit verpfändeten Wertpapiere an Wert verlieren.
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