Zerobond

19. Apr 2010 | Rubrik: Kreditlexikon / Glossar

Ein Zerobond ist eine Anleihe, die keinen jährlichen Zinsertrag an den Gläubiger überweist. Zero bedeutet Null und ein Bond ist eine Anleihe. Ein Zerobond ist also eine Nullkuponanleihe. Dennoch bietet auch ein Zerobond einen Zinsertrag. Dieser Anleihetyp ist finanztechnisch eine Sonderform eines verzinslichen Wertpapiers. Dieses Bonds werden über die Börse an- und verkauft. Zerobonds haben keine vorher festgelegte zwingende Anlagedauer, sie können börsentäglich verkauft werden. Des Weiteren unterliegen sie keiner staatlichen Einlagensicherung. Der Käufer eines Zerobonds kann sich nur auf die Bonität des Emittenten verlassen. Bonität bedeutet Kreditwürdigkeit. Je schlechter die Bonität eines Schuldners ist, desto höher ist oft der Zinssatz. Der Schuldner einer Anleihe ist der Emittent, beispielsweise ein Staat oder ein privates Unternehmen.

Eine herkömmliche Anleihe wird beispielsweise zu 100% ausgegeben und mit 3% pro Jahr verzinst. Ein Anleger legt 1.000 Euro an bekommt bis zum Ende der Laufzeit jedes Jahr 30 Euro auf sein Konto überwiesen. Im Gegensatz dazu bietet ein Zerobond keine jährliche Zinsausschüttung. Der Anleger bekommt die Zinsen in Form eines stetig steigenden Kurses gutgeschrieben. Zerobonds werden deutlich unter pari ausgegeben. Unter pari bedeutet, unter dem Nennwert. Beträgt der Nennwert 1.000 Euro, wird ein langlaufender Zerobond zu 60% ausgegeben. Der Käufer bezahlt für 1.000 Nennwert nur 600 Euro. Das ist zwingend notwendig, da der Zinsertrag aus steigenden Kursen besteht. Der Käufer muss jetzt bis zum Ende der vorher festgelegten Laufzeit warten, bis er die Anleihe zu 100% ausbezahlt bekommt.

Aufgrund der langen Laufzeiten, sind Zerobonds sehr anfällig für Kursschwankungen. Gründe für schwankende Kurse können eine sich verändernde Bonität des Eminenten sein. Auch das allgemeine Zinsniveau ändert sich häufig. Steigen die Zinssätze an, verlieren Zerobonds in ihrem Wert. Umgekehrt steigen sie bei fallenden Marktzinsen. Da Zerobonds keine Zinsen ausschütten, sondern ansammeln, unterliegen sie einem Zinseszinseffekt. Durch diesen Effekt, schwanken sie in ihren Kursen stärker als Anleihen mit jährlicher Ausschüttung. Ein Anleger muss bei dem Kauf von Anleihen beachten, dass er im Fall einer für ihn schwierigen Marktlage verkaufen muss, einen Verlust erleidet.

Zerobonds eignen sich gut für langfristig orientierte Anleger, die nicht auf jährliche Zinsausschüttungen angewiesen sind. Für den Kauf und Verkauf berechnen Banken in der Regel feste oder prozentuale Gebühren. Privatpersonen, die diese Papiere in einem Depot lagern möchten, sollten sich vorher bei ihrer Bank über die Kosten informieren. Manche Banken berechnen bei der prozentualen jährlichen Depotgebühr die Zerobonds zum Nennwert ab, statt zum Kurswert.

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