Zinsbindungszeit
4. Mrz 2011 | Rubrik: Kreditlexikon / GlossarWer ein Darlehen aufnimmt, zahlt dafür natürlich auch etwas – die Zinsen. Diese richten sich im Regelfall nach den aktuellen Gegebenheiten am Geld- und Kapitalmarkt. Ist das allgemeine Zinsniveau recht hoch und Geld somit relativ „teuer“, dann sind auch Darlehenszinsen entsprechend höher. Umgekehrt gilt das jedoch ebenso. Diese Zinskonditionen sind in der Regel für die gesamte Laufzeit des Kredites fest vereinbart. Eine Ausnahme bilden lediglich variabel verzinsliche Darlehen, die in der Praxis allerdings nur vergleichsweise selten genutzt werden. Bei dieser Art Kredit passt sich der zu zahlenden Zinssatz regelmäßig an das allgemeine Zinsniveau an.
Wenn es um sehr große Beträge geht, dann sind die Zinsen in der Regel nur für einen bestimmten Zeitraum fest vereinbart – zum Beispiel im Rahmen einer Baufinanzierung. Diesen Zeitraum wird häufig als „Zinsbindungszeit“ oder „Zinsbindungsdauer“ bezeichnet. Aus Sicht des Kreditnehmers stehen Konditionen während dieser Zeit fest. Er hat allerdings in dieser Phase auch keine Möglichkeit, einen Bankwechsel vorzunehmen – allenfalls mit hohen Kosten. Erst wenn die Zinsbindungsdauer abläuft, wird über die weiteren Konditionen verhandelt – entweder mit der bisherigen Bank oder einem neuen Anbieter. Da zum Zeitpunkt des Ablaufs der Zinsbindungsdauer im Regelfall noch relativ hohe Kreditsummen offen sind, lohnt es sich durchaus, Konditionen erneut genau zu vergleichen. Denn schon relativ geringe Zinsabweichungen können aufgrund der großen Summen deutliche Unterschiede mit sich bringen.
Die Zinsbindungsdauer ist entscheidend für die Konditionen eines Darlehens. So wird man derzeit im Regelfall einen höheren Zins zahlen müssen, je länger die vereinbarte Zinsbindungsdauer ist. Das liegt am aktuell vergleichsweise niedrigen Zinsniveau und der Erwartung steigender Zinsen. Eine möglichst lange Zinsbindung erhöht die Planbarkeit einer Finanzierung enorm. Und steigen die Zinsen, wie es über Laufzeiten von 5 bis 15 Jahren durchaus zu vermuten ist, dann bleibt der Zins für das abgeschlossene Darlehen trotzdem über die gesamte Zinsbindungszeit konstant. Selbst dann, wenn das allgemeine Zinsniveau schon wieder deutlich über dem heutigen liegen würde.
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