Bereitstellungskredit

26. Dez 2009 | Rubrik: Alle Arten von Krediten & Darlehen erklärt

Wer eine Immobilie sein Eigen nennt, muss von Zeit zu Zeit auch Renovierungen vornehmen, um den Mietern ein zeitgemäßes Wohnen zu ermöglichen und zugleich einen Renovierungsstau zu vermeiden, der sich letztlich am Ende immer rächt und zu Mehrkosten führt. Allerdings sind Renovierungen am Dach oder der Heizung mitunter nicht ganz billig, sodass viele Hausbesitzer auf die Hilfe der Banken angewiesen sind, die ihnen die entsprechenden Kredite für die Maßnahmen zur Verfügung stellen. Die Art des Kredites ist somit auch mit der Maßnahme eng verbunden, sodass bei einer Neueindeckung des Daches oftmals ein Bereitstellungskredit vergeben wird. Dieser Bereitstellungskredit bedeutet im Grunde genommen nichts anderes, als dass die Bank dem Kunden das Geld für eine Maßnahme zur Verfügung stellt und darauf wartet, dass dieser das Geld in naher Zukunft abruft. Hier muss er allerdings den zeitlichen Rahmen beachten, in der ihm die Bank das Geld ohne Zahlung von Bereitstellungszinsen “reserviert”. Meist sind es drei Monate; erst danach werden Bereitstellungszinsen fällig.

Ein Bereitstellungskredit kann aber auch anstelle eines Forward-Darlehens genutzt werden. Wenn – wie im Augenblick – die Zinsen für Immobilienkredite relativ günstig sind, sichern nicht wenige Immobilienbesitzer, deren Zinsbindung in den nächsten Monaten ausfällt, sich diesen günstigen Zins durch ein Forward-Darlehen ab. Da ein solches Darlehen aber relativ teuer ist und man nie sicher sein kann, ob sich der Zins wirklich auf einem so niedrigen Niveau hält, wird oftmals auch ein Bereitstellungskredit abgeschlossen. Zwar muss der Kreditnehmer irgendwann die Bereitstellungszinsen zahlen, doch liegen diese im Vergleich zum Forward-Darlehen um einiges niedriger. Zudem wird der Zins nicht nur bis zum Beginn der Anschlussfinanzierung garantiert, sondern er gilt für die gesamte Zeit der Anschlussfinanzierung.

Dass Banken als Zinsabsicherung für eine Anschlussfinanzierung eher ein Forward-Darlehen anbieten als einen Bereitstellungskredit, liegt angesichts der höheren Gebühren des Forward-Darlehens nahe. Von daher muss jeder Immobilienbesitzer selbst bei der Bank um einen Bereitstellungskredit bitten, sollte er sich einen aktuell günstigen Zinssatz für die Anschlussfinanzierung sichern wollen.

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