Braucht man eine Restschuldversicherung?
9. Mai 2009 | Rubrik: VersicherungenIn den letzten Jahren kam es zu einem erheblichen Anstieg der Kreditnachfrage. Als eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Bewilligung eines Kredites kann noch heute die Restschuldversicherung angesehen werden. Sicherlich ist diese mit weiteren finanziellen Aufwendungen für den Kreditnehmer verbunden, doch durch den Versicherungsschutz sollen vor allem unvorhergesehene Fälle abgesichert werden. Immer wieder kam es in den Medien in Hinblick auf Versicherungen dieser Art zu neuer Kritik, nicht selten auch zu Skandalen. Bei einzelnen Finanzunternehmen verteuert eine Restschuldversicherung den Kredit erheblich. Für den Kreditgeber handelt es sich bei einem solchen Versicherungsschutz um einen weiteren Sicherheitsfaktor, der durch die steigenden Verluste bei der Darlehensvergabe deutlicher an Bedeutung gewinnen konnte.
Doch was verbirgt sich hinter der Restschuldversicherung und braucht man diese als Kreditnehmer wirklich?
Die Restschuldversicherung konnte sich in den letzten Jahren auch unter dem Namen Kredit–Lebensversicherung durchsetzen. Durch den Versicherungsabschluss kommt es zu einer Absicherung der Darlehenssumme bei Arbeitslosigkeit, Krankheit und dem Todesfall. Befristet übernimmt somit die Versicherungsgesellschaft die Abzahlungsraten des Darlehens bei der plötzlichen Arbeitslosigkeit oder auch dem Krankheitsfall. Im Todesfall löst die Versicherung die noch vorhandene Darlehenssumme aus. Zu beachten ist jedoch, dass eine Restschuldversicherung nicht den gleichen Bedingungen hinsichtlich der Verträge unterliegt wie klassische Versicherungen. Die meisten Finanzunternehmen bieten eine solche Versicherung als Gruppenversicherung an. Somit kommt es bei den einzelnen Verträgen zu erheblichen Unterschieden und nicht zuletzt auch zu gesonderten Vertragsbedingungen.
Für den Kunden handelt es sich sicherlich, wie auch für den Kreditgeber, um einen zusätzlichen Schutzfaktor. Zu bedenken ist jedoch, dass die Restschuldversicherung nicht in jedem Krankheitsfall die Zahlung der Darlehensraten übernimmt. Gerade bei Vorerkrankungen, die bereits zum Abschluss des Kredites bekannt waren, lehnen die meisten Versicherer ab. Kritisiert wird in Verbindung mit der RSV vor allem das Vertriebsmodell. So wird die Restschuldversicherung in erster Linie in einem komplexen Paket mit dem Darlehen angeboten. Zudem enthalten die einzelnen Beiträge für die Restschuldversicherung sehr hohe Provisionen für Kreditgeber.
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